Digitalisierung: ein Mutmacher für KMU

Die Schweizer Arbeitsproduktivität liegt – verglichen mit vielen anderen Industrieländern – lediglich im Mittelfeld. Es braucht dringend Rezepte zur Verbesserung. Die Digitalisierung auf Basis schlanker Prozesse gehört dazu.

Als weitergehende Lektüre lesen Sie doch die Dezember Ausgabe des Inside swissT.net. die ab ca. 8. Dezember 2016 verfügbar ist

Rohstoffreiche Länder haben es einfacher – wir in der Schweiz müssen auf Innovation und schlanke Prozesse bauen

Vor 1990 lag die Schweiz als rohstoffarmes Land noch an der Spitze der Produktivitätsrangliste der Industriestaaten. Doch seither hat sie Platz für Platz eingebüsst. Sind kaum Bodenschätze respektive Rohstoffe vorhanden, die eine Wertschöpfung von Natur aus ermöglichen, so ist im wahrsten Sinne des Wortes «Köpfchen» gefragt. Konkret bedeutet dies, dass vor allem im zweiten und dritten Wirtschaftssektor die Kombination der Arbeitskraft mit den übrigen Produktionsfaktoren und den Prozessen höchst effektiv und effizient gestaltet werden muss, um an der Spitze der Produktivität rangieren zu können.

Handlungsbedarf besonders bei den KMU

Die Vermutung liegt nahe, dass besonders bei den KMU ein erhöhter Handlungsbedarf besteht. Hier sind Massnahmen erforderlich, die ohne grosse finanzielle Belastung der Unternehmen die Produktivität steigern. Lean Enterprise in Kombination mit einer schrittweisen Digitalisierung gehören zum Rezept, das auch bei den KMU gezielt angegangen werden kann. Die Margen, besonders bei direkt oder auch indirekt exportabhängigen KMU, sind aufgrund der Frankenstärke nach wie vor tief und lassen Investitionen nur begrenzt zu. Umso wichtiger ist es, einen klaren Blick für die Prioritäten zu entwickeln und über längere Zeiträume zu planen.

Der Blick für die Prioritäten

Gerade bei «Lean Manufacturing» kann mit geringstem finanziellem Aufwand eine erhebliche Steigerung der Produktivität erreicht werden. Werden damit die Prozesse laufend bis ans Limit optimiert und verschlankt, kann anschliessend über eine gezielte Digitalisierung nachgedacht werden. Weil sie damit auf höchst effektiven Prozessen aufbaut, wird die Umsetzung auch entsprechend günstiger.

Digitalisierung als Muss – besonders bei KMU

Die schrittweise Digitalisierung aller Prozesse sehen wir nicht als «Kann», sondern als «Muss». Denn neue Geschäftsmodelle, die althergebrachte verdrängen, enthalten immer einen auffallend hohen Anteil an digitalen Kernkompetenzen. Besonders betroffen sind Dienstleistungen rund um die Supply Chain und im Vertrieb. Als Beispiele dienen sicher die internationalen Unternehmen wie Amazon, Uber und alle, die uns Hotels und Unterkünfte vermitteln – inklusive Airbnb. Aber es gibt auch feine Schweizer Beispiele, die teils als Startups den Trend bestens aufzeichnen: der «Online-Bio-Hofladen» www.farmy.ch oder auch der ETH-Spinoff www.quitt.ch, der virtuelle Arbeitgeber für Haushalthilfen, um nur zwei Beispiele zu nennen. Gerade diese beiden zeigen ermutigend die Zusammenarbeit mit Kleinstunternehmen bis KMU auf.

Der Wert bekannter digitaler Unternehmen: The Billion Dollar Startup Club

Digitalisierung ist Chefsache

Gewinnbringend mitspielen können aber nur Anbieter und Nachfrager, die über eine eigene Digitalisierung verfügen, die sie stetig weiterentwickeln. Ob dies gelingt, ist auch eine Frage der Grundeinstellung zur Digitalisierung. Diese «digitale DNA» ist Chefsache und damit auch eine Herausforderung der Generationen. Die Führungskräfte und unbedingt auch die Verwaltungsräte möchte ich dringend auffordern, sich gezielt und mit eigenen, persönlichen Experimenten mit der Digitalisierung auseinander zu setzen. Hier gibt es keine Delegation, denn das Thema ist relevant für die Strategie und somit den Fortbestand der Unternehmen. Aus meiner täglichen Erfahrung hapert es hier noch oft. Doch das Bewusstsein wächst stetig. Die Grundlagen, um in Sachen Digitalisierung einen weltweiten Spitzenrang einzunehmen, sind in der Schweiz sehr gut.
«Aufschwung beginnt im Kopf» war einst ein Slogan im letzten Jahrhundert. Mit der Digitalisierung ist es genauso. Offene, neugierige Augen und der Mut zum Experimentieren gehören dazu. Das Wagnis lohnt sich: ganz besonders auch für KMU.

Bild1: GDP per hour worked – die Schweiz im internationalen Vergleich
Definition of GDP per hour worked: „GDP per hour worked is a measure of labour productivity. It measures how efficiently labour input is combined with other factors of production and used in the production process.“ Details lesen Sie hier: OECD

GDP per worked hours2015

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